Giuseppe Verdi
Missa da Requiem
Samstag, 11. Juli | 19 Uhr
Stephanskirche Konstanz
Klangereignis von ergreifender Schönheit
Giuseppe Verdis Messa da Requiem entstand 1874 zum ersten Todestag des von ihm verehrten Schriftstellers Alessandro Manzoni und wurde am 22. Mai desselben Jahres in Mailand uraufgeführt. Das Werk vereint zwei Welten: die liturgische Tradition der katholischen Totenmesse und die dramatische Ausdruckskraft der italienischen Oper. Verdi selbst wehrte sich zeitlebens gegen den Vorwurf, eine „Oper im Kirchengewand” geschaffen zu haben – und tatsächlich trägt das Requiem weit mehr als bloße Theatralik in sich. In der Stille des Lux aeterna und der erschütternden Klage des Lacrimosa offenbart sich ein Komponist, der angesichts von Tod und Vergänglichkeit zutiefst menschliche Fragen stellt. Das Dies irae mit seinem gewaltigen Orchestersturm und den Posaunen des Jüngsten Gerichts gehört zu den eindrücklichsten Momenten der gesamten Chorliteratur. Verdis Requiem ist kein frommes Bekenntnis – es ist leidenschaftlicher Aufschrei und innige Bitte zugleich.
Lucie Peyramaure | Sopran
Susanne Gritschneder | Alt
Kai Kluge | Tenor
Wilhelm Schwinghammer | Bass
Bach-Chor Konstanz
Bodensee Philharmonie
Michael Stadtherr | Leitung
Lucie Peyramaure, Sopran
Die lyrisch-dramatische Sopranistin Lucie Peyramaure wird von der Fachpresse als „Entdeckung“ gefeiert. Kritiker loben ihre „große, kraftvolle Stimme“ mit sicheren Höhen, die sie bereits jetzt für das große Puccini- und Wagner-Fach prädestiniert. Zu ihren jüngsten Erfolgen zählen Partien wie Tosca in Freiburg, Freia (Das Rheingold) und Helmwige (Die Walküre) in Basel sowie Aza (Manru) in Nancy. Weitere Stationen führten sie an die Opéra Comique, das Théâtre du Châtelet, zum Bayerischen Rundfunk sowie nach Athen für die Titelrolle in Samaras’ Medgé.
Zukünftige Projekte umfassen ihr Debüt als Mimì (La Bohème) in Nancy, Dijon, Luxemburg und Caen, die Fremde Fürstin (Rusalka) in Basel sowie Charlotte (Werther) in Rennes. Lucie Peyramaure ist Absolventin des Pariser Konservatoriums und wurde 2022 beim Internationalen Gesangswettbewerb von Marmande mit vier Preisen ausgezeichnet, darunter dem Grand Prix und dem Publikumspreis.
(Foto: K. Pouillot)
Susanne Gritschneder, Alt
Susanne Gritschneder schloss ihr Gesangstudium an der Hochschule Künste Bern in der Gesangklasse von Prof. Elisabeth Glauser mit Auszeichnung ab, war Stipendiatin und Preisträgerin internationaler Wettbewerbe und von 2012 bis 2018 Ensemblemitglied am Theater St. Gallen, wo sie in zahlreichen Fachpartien zu hören war. Ihr Konzertrepertoire umfasst die Oratorien von Bach und Händel, das Stabat Mater von Dvorak und Rossini, Verdis Requiem sowie Mahlers Rückertlieder, seine Kindertotenlieder und die Lieder eines Fahrenden Gesellen.
Sie ist im In- und Ausland engagiert und war an den Opern Frankfurt und Leipzig, am Grand Théâtre de Geneve und am Teatro di Savona zu erleben. Liederabende führten sie u.a zum Heidel-berger Frühling, in die Philharmonie Köln, ins Gasteig nach München und zum Yehudi Menuhin Festival in Gstaadt. 2024 gab sie ihr Debut bei den Salzburger Festspielen und 2025 ihr Debüt als Waltraute und Erste Norn in Wagners Götterdämmerung.
(Foto: C. Schroff)
Kai Kluge, Tenor
Kai Kluge sammelte bei den Aurelius Sängerknaben in Calw seine ersten Bühnenerfahrungen und studierte Gesang an der Musikhochschule Karlsruhe bei Friedemann Röhlig. Er ist Preisträger u. a. des „Internationalen Wettbewerbs Franz Schubert und die Musik der Moderne“ in Graz sowie der Kammeroper Schloss Rheinsberg Competition und Gewinner des 1. Preises beim Wettbewerb der Opernakademie Baden-Baden 2014.
In der Saison 2015/16 war er Mitglied im Opernstudio des Staatstheaters Karlsruhe, wo er als Pedrillo (Die Entführung aus dem Serail), Tamino und Monostatos (Die Zauberflöte) sowie Basilio (Le nozze di Figaro) debütierte. Meisterkurse führten ihn u. a. zu Roberto Saccà, Thomas Hampson und Christa Ludwig. 2016/17 war er Mitglied des Internationalen Opernstudios der Staatsoper Stuttgart, seit 2017/18 gehört er dem Ensemble an und sang hier u. a. Alfredo (La traviata), Tamino (Die Zauberflöte), Max (Der Freischütz) und den Prinzen in Rusalka.
(Foto: F. Heinig)
Wilhelm Schwinghammer, Bass
Wilhelm Schwinghammer zählt zu den herausragenden Bässen seiner Generation. Sein Repertoire reicht von der Barockmusik bis zur Gegenwart und umfasst zentrale Partien wie Figaro (Le nozze di Figaro), Leporello (Don Giovanni), König Heinrich (Lohengrin), Daland (Der fliegende Holländer), Hunding (Die Walküre), Rocco (Fidelio), Sparafucile (Rigoletto), Orest (Elektra) sowie Baron Ochs auf Lerchenau (Der Rosenkavalier).
Er gastiert an führenden Opernhäusern und Festivals weltweit, darunter die Staatsopern in Berlin, München und Hamburg, die Bayreuther und Salzburger Festspiele, das Theater an der Wien, die Pariser Oper, die Mailänder Scala, die Lyric Opera of Chicago, die Canadian Opera Company Toronto, die Washington National Opera und die Los Angeles Opera.
In der Saison 2025/26 ist er u. a. als Osmin am Teatro Regio Torino, als Hunding in Monte-Carlo und Shanghai sowie als Ochs im Festspielhaus Baden-Baden und am Staatstheater Nürnberg zu erleben.
(Foto: B. Fabricius)
BACH-CHOR KONSTANZ
Der Bach-Chor Konstanz ging aus der Kantorei an der Lutherkirche hervor und wird von Bezirkskantor Michael Stadtherr geleitet. Neben der Mitwirkung bei musikalischen Gottesdiensten in der Lutherkirche – bei denen das Kantatenwerk Johann Sebastian Bachs im Mittelpunkt steht – tritt der Bach-Chor regelmäßig mit Werken aus allen Epochen der Musikgeschichte in Konzerten auf. Er gehört zu den festen Größen des Konstanzer Musiklebens und pflegt mit seinen Konzerten lebendige musikalische Verbindungen in die gesamte Bodenseeregion und die angrenzende Schweiz. Das Repertoire reicht dabei von Monteverdis Marienvesper über die Passionen Bachs, seine h-Moll-Messe und das Weihnachtsoratorium bis hin zu den großen Chorwerken der Romantik wie Mendelssohns Elias und Brahms’ Ein deutsches Requiem – und schließt auch Werke des 20. und 21. Jahrhunderts ein. Im Jahr 2017 wurde dem Bach-Chor die Zelter-Plakette verliehen. Zu den Höhepunkten der jüngeren Vergangenheit gehört die musikalische Mitgestaltung eines Fernsehgottesdienstes, der vom ZDF live von der Insel Mainau übertragen wurde.
BODENSEE PHILHARMONIE
Die Bodensee Philharmonie (vormals Südwestdeutsche Philharmonie Konstanz) ist einer der größten Kulturinstitutionen im Südwesten Deutschlands. Das Herzstück der Orchesterarbeit stellen die Philharmonischen Konzerte im Konstanzer Konzil dar. Sein Repertoire reicht von der Wiener Klassik über die Romantik bis zu Uraufführungen zeitgenössischer Musik. Das Spektrum der Konzertprogramme wird ergänzt durch zielgruppenspezifische Angebote aus dem Bereich der Musikvermittlung (eduart) und den zahlreichen Kammerkonzerten mit Mitgliedern der Bodensee Philharmonie. Abgerundet wird das Programm durch Sonderkonzerte und -reihen. Die schönste Open-Air-Bühne am Bodensee, die Insel Mainau, bespielt das Orchester ebenso, wie auch den Stadtgarten, mit dem Gratiskonzert Klassik am See zum jährlichen Saisonabschluss. Mit mehr als 60 fest angestellten Musikerinnen und Musikern erreicht das Orchester bei über 100 Konzerten pro Jahr ca. 80.000 Menschen.
Seit Januar 2023 ist Gabriel Venzago Chefdirigent der Bodensee Philharmonie, Dr. Hans Hofmann leitet seit Juli 2024 das Orchester.
MICHAEL STADTHERR
Michael Stadtherr studierte Schulmusik, Kirchenmusik (A) mit den Hauptfächern Orgelliteratur, Orgelimprovisation sowie Chorleitung. Später folgten Aufbaustudiengänge in Dirigieren sowie in Gesang/Gesangspädagogik. Erste berufliche Stationen führten ihn an die Stiftskirche Herrenberg und die Stadtkirche Böblingen. Ab 2015 war er Bezirkskantor für den Kirchenbezirk Esslingen. Seit 2018 ist er Kirchenmusiker an der Konstanzer Lutherkirche und Bezirkskantor für den Kirchenbezirk Konstanz. Zu seinen Kernaufgaben gehören die künstlerische Leitung des Bach-Chores, der Bach-Tage, des wöchentlich stattfindenden kleinen Konzerts, des Konstanzer Chorfestivals sowie regelmäßige Kantatengottesdienste. Zahlreiche Meisterkurse in Dirigieren, Orgel, Cembalo sowie Gesang runden seine Ausbildung ab. Schwerpunkte in seinem künstlerischen Schaffen als Kirchenmusiker bilden die Aufführung aller großen Oratorien der Kirchenmusikgeschichte sowie Kammermusik in unterschiedlichen Formationen.
